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Aktuelles  15.03.2022

Welthandel leidet durch Angriff auf Ukraine

Der Welthandel ist angesichts des drohenden Einmarschs Russlands in die Ukraine bereits im Februar deutlich zurückgegangen.

Laut jüngsten Daten des 'Kiel Trade Indicator' des Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) dürfte der Welthandel im Vergleich zum Vormonat um 5,6 Prozent sinken. Dies ist der größte Einbruch seit Ausbruch der Corona-Krise im Frühjahr 2020. Der Erholungstrend der letzten Monate ist damit gestoppt.

Für fast alle Volkswirtschaften sind die Vorzeichen den Experten nach negativ. Vor allem russische Exporte dürften sehr stark einbrechen. Die Ukraine ist weitestgehend vom internationalen Seehandel abgeschnitten, der Schwarzmeerhafen Odessa wird praktisch nicht mehr angelaufen.

'Obwohl der Konflikt erst in der letzten Februarwoche eskalierte, scheinen Unsicherheit, Sanktionen und vermehrte Warenkontrollen zur Einhaltung der Sanktionen den Handel jetzt schon nachhaltig zu beeinträchtigen. Bereits Mitte Februar zeichnete sich ein schwächerer Monat ab, die Sanktionen gegen Russland verstärken diesen Trend', so IfW-Ökonom Vincent Stamer.

In Deutschland dürften die Importe im Vergleich zum Januar ungewöhnlich stark zurückgehen (minus 3,9 Prozent), auch die Exporte dürften sinken (minus 3,8 Prozent). Ebenso für die EU zeichnen sich Rückgänge bei Importen (minus 1,6 Prozent) und Exporten (minus 2,8 Prozent) ab. In den USA steht einem Minus bei den Exporten (minus 3,9 Prozent) ein leichtes Plus bei den Importen (plus 1,2 Prozent) gegenüber. In China liegen die Exporte minimal im positiven Bereich (plus 0,3 Prozent), die Importe im negativen Bereich (minus 3,4 Prozent).

Für Russland weisen die Daten einen starken Einbruch der Exporte gegenüber Januar um 11,8 Prozent aus, alleine im Hafen von St. Petersburg wurden im Februar 17 Prozent weniger Güter verschifft. Die Ausfuhren aus Russlands größtem Containerhafen waren schon den gesamten Monat über niedrig, die Sanktionen am Ende des Monats haben sie noch weiter gebremst. Bei den russischen Importen ist dagegen nur mit einem verhaltenen Rückgang um 1,6 Prozent zu rechnen.

'Ganz offenbar zeigen die vom Westen verhängten Sanktionen Wirkung. Alleine aus Unsicherheit über die Bezahlung dürften russische Exporteure vermehrt Güter zurückhalten. Große Reedereien haben zwar den Stopp ihrer Lieferungen nach Russland verkündet, dies betrifft allerdings nur neue Buchungen. Alte Buchungen werden, sofern diese nicht gegen Sanktionen verstoßen, derzeit noch planmäßig nach Russland verschifft', sagt Stamer.

pte/red

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#Studie #Handel #Umsatz #Russland #Krieg #Ukraine



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