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Aktuell  06.11.2014 (Archiv)

Agents, die in Foren posten...

Reputationsmanagement oder PR 2.0 nennt sich das mancherorts, andere sehen Spam 2.0 in der Arbeit der Agents im Web. Ethisch und moralisch bewegen sich verdeckte Anbieterpostings in einer zumindest grauen Zone.

Was da jetzt 'aufgedeckt' wurde, ist aber eine Sache, die zumindest seit 15 Jahren aktiv betrieben wird und eigentlich überall bekannt ist. Die Bandbreite geht dabei von gelegentlichen Postings in eigener Sache durch die Anbieter selbst über die diversen professionellen Agents, die im Namen eines Kunden positive Meinung verbreiten bis hin zu eher technischen Anbietern, die zB. Suchmaschinenoptimierung durch automatisierten Forenspam betreiben.

Letztere sind noch immer im Markt, allerdings mit geringer Bedeutung - sowohl, weil Google die Forenspammer erkennt und entsprechend abwertet, aber auch, weil sich die Forenbetreiber den Müll von Viagra- und Kreditangeboten im Inhalt nicht gefallen lassen. Im seriösen Umfeld gibt es diese Spams also kaum mehr.

Erstere Variante ist auch nicht so sehr das Problem, weil sie meist eher offensichtlich ist (also der Absender einer Botschaft bekannt ist). Die Agents, die nun zum 'Skandal' geschrieben werden, sind aber die Sache, die immer noch Probleme bereitet.

Wie Agents in Foren manipulieren

Foren-Agents sind in der Regel Studenten, die kurz auf den Kunden gebrieft werden. Sie kennen den Namen, das Ziel des Kunden, die Meinung, die gebraucht wird, und wissen, wo die Meinung gemacht wird. In den entsprechenden Foren legen sie Konten an, machen unverdächtige Aktionen (die Forenbetreiber meist trotzdem schon mit einem Auge erkennen...) und warten auf ihre Chance. Und dann machen sie Threads zu Themen auf, die sie selbst wieder im Sinne des Kunden beantworten können oder beantworten andere entsprechend.

Leichte Kunden sind welche, die in den Schlagzeilen sind. Per Google-News gehen die Agents dann in die Nachrichtenseiten und posten in die Foren unter die Artikel. Wir kennen das hier von einer Vielzahl Kunden (nicht nur jene, die im aktuellen Fall angeprangert werden). Bei einigen Firmennamen kann man so gut wie sicher sein, dass das Vorkommen in einem Artikel entsprechende Postings provoziert - oft von mehreren Agents, die sich untereinander darüber 'unterhalten'...



Gute Forenbetreiber sorgen dafür, dass solche Meinungsmacher, die sich nicht mit dem richtigen Absender zu erkennen geben, aus dem Rennen geworfen werden. Manche outen sie sogar oder bieten stattdessen einen offiziellen Weg an, seine Meinung mit korrekter Kennzeichnung zu präsentieren. Bei vielen Foren und Blogs fehlt dazu aber das Know-How.

Aus der Sicht der Unternehmen - wenn nicht gerade Skandale ausgerufen werden - ist die Meinungsmache über Foren lukrativ. Kaum wo wird so 'authentisch' Meinung direkt gebildet. Zwar sind diese Aktionen illegal, aber kaum zu ahnden. Und sind die Agents halbwegs gut, ist auch das Ergebnis positiv.

Die legalen Alternativen

Trotzdem ist es für verantwortungsbewusste Agenturen und Kunden besser, den legalen Weg einzuschlagen. Der ist mit etwas mehr Aufwand verbunden, dafür aber auch nachhaltiger, ehrlicher und sorgt durch offene Reichweite im Namen der Marken auch noch für einen zusätzlichen Werbewert. Drei Varianten sind hier denkbar:

Die erste ist, nicht Agents sondern echte Kunden sprechen zu lassen. Die sind nämlich die treuesten Fans, sprechen in echten Worten und lassen nichts über 'ihre' Marke kommen lassen. Unterstützen Sie diese mit Argumenten, Testprodukten, Belohnungen und was auch immer dazu notwendig ist. Schon das Verteilen einer Kundenmeinung in Facebook wird diese bauchpinseln und viele weitere dazu anregen, es ihr gleich zu tun.

Positive Meinung in Foren und Social Media wird aber auch dann vermehrt abgegeben, wenn eine Marke präsent ist. Klassische Werbung im Umfeld der Personen und Foren sorgt für die Grundstimmung, in der über die Marken auch gesprochen wird - und das positiv belastet. So 'nebenbei' wird die Marke damit auch ganz normal beworben.

Und schließlich gibt es auch noch die Möglichkeiten des Content Marketing, wo ein Unternehmen durch Inhalte (das eigene Know How) auftritt. Auch ein eigenes Forum mit Expertentipps aus dem Unternehmen wäre denkbar, in Kooperation auch in fremden Foren. Als Experte aufzutreten und (echte!) Hilfe anzubieten wird positiv gesehen, landet auch in den Social Networks und verbreitet ganz offen gute Meinung über den Absender - ohne jegliche illegale Methode aus der Grauzone des Internets. Auch das klappt!

Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie hier!

#Foren #Spam #Agents #Skandal #Social Media



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