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Aktuelles  17.01.2013 (Archiv)

Shops durch Angriffe verwundbar

In den Dot-Com-Anfangsjahren war auch der Beginn der Unterwelt im Internet, wo Geld gemacht wurde kamen schnell auch die Gauner auf den Geschmack, davon Anteile zu verlangen. Die heutigen Methoden sind vielschichtiger.

Früher war es recht einfach: So wurden beispielsweise die damals gut gehenden Casinos und Glückspielfirmen durch DOS-Attacken im Web lahm gelegt und gegen erpresstes Geld wieder aus der Geiselhaft entlassen. Mafiöse Verbindungen sollen so gute Summen an Schutzgeld erpresst haben, genaue Zahlen kennt man natürlich nicht.

Mit der Zeit ging man dann zu Hackangriffen über, die gezielt durchgeführt wurden, oder sorgte per DDOS-Attacken für Ausfälle nach altem Muster. Die Branche professionalisierte sich, Viren-Netzwerke, Bot-Dienste und ähnliche Dinge wurden per Preisliste und Onlineshop groß verkauft.

Heute ist die Angriffsmethode diffiziler, das System aber hoch standardisiert und potentielle Angreifer brauchen sich nur bei den 'Waffen' der Kriminellen bedienen, um Schaden anzurichten. Das geht so einfach und billig, dass es selbst in klassischen Branchen einfach wird, Mitbewerber aus dem Rennen zu schießen.

Mögliche Angriffsszenarien bieten sich viele. Überall dort, wo es Geld kosten kann, wenn ein kritischer Punkt angegriffen wird, sind auch die Übeltäter aktiv. Adsense bei Google bringt die Kunden gegen Geld? Dann sind die Erpresser schnell dabei, klicken das Budget des Gegners weg und lassen dessen Erfolg gleichzeitig ausbleiben. Kunden kommen über die Suchmaschine in einen Shop? Dann wird rasch Black-Hat-SEO betrieben und der Shop verschwindet im Nirvana der Suchmaschine. Trotzdem noch Kunden im Shop? DDOS wirkt immer noch. All das ist kaufbar und passende Tools im Web vorhanden.

Noblego wird angegriffen

Ein aktueller Angriff dieser Art findet gerade bei Noblego statt, das Protokoll der Angriffe findet sich im verlinkten Blog-Beitrag. So wie es dem Zigarrenversand ergeht, dürften viele Anbieter betroffen sein. So manche merken es gar nicht, selten traut sich jemand an die Öffentlichkeit.

Das Problem mit Spam-Links

Seit Google Links auch negativ wertet, d.h. Seiten mit vielen 'schlechten' eingehenden Verweisen nach hinten reiht, ist ein solcher Angriff möglich (und wie man im Beispiel sieht üblich). Kostet ein 'guter' (aufwertender) Link umgerechnet rund 200 Euro, sind 100.000 Spam-Links schon für 5 Euro erhältlich. Böse Mitbewerber setzen solche Attacken billig gegen vor ihnen reihende Anbieter ein und erhalten dann mehr Kunden, wenn die Platzierung vor ihnen frei wird...



Die Polizei hat sich dagegen gut gerüstet und ist mit Spezialisten aktiv gegen solche Kriminellen. Zwar ist die Handhabe gering, aber was möglich ist, wird bereits gemacht. Anzeigen machen dort durchaus Sinn, die Erfolgsquote ist gut, jedoch überstehen es Shops selten, längere Angriffe durchzuhalten. Von technischer Seite gibt es kaum Hilfe, weder geht Google gegen Angreifer ausreichend vor, noch können bzw. wollen Provider viel gegen die DDOS-Attacken machen (außer den Kunden zu entfernen). Die Protokolle des Internet bieten kaum Schutz oder Aufklärungshilfe.

Das ist fatal für Anbieter wie Noblego. Zwar sind dort Experten am Werk und Forensiker an der Sichtung der Angriffsmuster, trotzdem sind die Folgen groß, Kosten hoch und Aussichten auf Klärung nicht rosig. Kleinere Anbieter strecken da schnell die Patschen, Angreifer wissen das. Es wird also Zeit, dass sich Google gegen die Angriffsmethoden besser wappnet und dass Möglichkeiten entwickelt werden, DDOS-Attacken abzuwehren. Noch wichtiger vielleicht: Es sollten endlich Schritte durchgeführt werden, die der Mafia hinter den Attacken das Handwerk legen. Die Akteure in Russland und Co. sind eigentlich bekannt, die Handhabe nur bisher gering. Es wäre ein internationaler Schulterschluss notwendig, um hier Erfolge zu bringen - und den gab es noch nicht.

Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie hier!

#Angriffe #DDOS #Attacken #Shops #Erpressung #Kriminalität #Cybercrime


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Martin Woletz 21.1.2013 16:18
Shop hacken
Ich kann nur jedem, der davon betroffen ist, raten, offensiv mit diesem Problem umzugehen. Das heißt vor allem, Anzeige erstatten und in die Öffentlichkeit gehen. Die Social Media-Kommune ist sehr gro ... [mehr!]
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